Über 4.000 Jahre alt und moderner denn je – der Dachziegel aus Ton

Die Historie des Menschen zeigt: Er suchte schon immer Schutz unter Dächern. Nicht nur um sich vor den Naturgewalten und wilden Tieren zu schützen, sondern manchmal sogar aus Angst, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Erst waren es Höhlen, die dem frühen Menschen Sicherheit boten, doch schon bald begann er, sein Heim mit den eigenen Händen und Ideen zu gestalten. Etwa 2.500 v. Chr. entwickelten die Griechen den Urvater unserer heutigen Dachziegel – schon damals aus gebranntem Ton – und revolutionierten damit die Welt der Dächer. Und bis heute ist ein Ziegeldach aus Ton Symbol für Qualität und Sicherheit.

Unsere frühesten Vorfahren lebten mit ihren Familien in Höhlen, um sich vor den Widrigkeiten der Natur zu schützen. Doch bereits 12.000 v. Chr. wurde diese Art zu wohnen für den Urmenschen zu unflexibel – längst waren die Jäger und Sammler Nomaden geworden und brauchten einen Unterschlupf, der mit ihnen reisen und vor allem wachsen konnte. Dies war die Geburtsstunde des Hauses, aber in erster Linie die des Daches.

Die Menschen bauten pultähnliche Gebilde aus Stangen und Rundhölzern, die mit Gras, Heidekraut oder Fellen bedeckt waren. Die Grundidee des heutigen Giebeldaches war geboren. Da ein einseitiges Dach jedoch keinen ausreichenden Schutz darstellte, bauten die Menschen die Idee aus und entwickelten das Grubenhaus. Der Wohnbereich war also in den Boden eingelassen, so dass sich die Wände fast von selbst ergaben. Doch das Dach wurde gebaut. Jetzt zweiseitig und schon stabiler als zuvor.

Der nächste Schritt in der Haus- und Dach-Evolution war das Herausheben der Behausungen aus den Gruben. Die Menschen begannen, Wände aus Holz und Lehm zu bauen, die von einem Satteldach gekrönt wurden, und erschufen so die Basis unserer heutigen Hausformen. Gedeckt wurden die Dächer jedoch immer noch mit Stroh, Reet, Gras oder Heidekraut.

Die Entwicklung des Hausbaus ging Hand in Hand mit der Weiterentwicklung der Dachdeckung durch die Jahrhunderte. Während die Außenwände stabiler wurden, Stein als Baustoff entdeckt wurde, mussten auch die Dächer den neuen, gehobeneren Ansprüchen der Menschen gerecht werden. So kamen, je nach Region, Holz- aber auch Steinplatten als erste solidere Dachdeckung zum Einsatz. Doch die Griechen waren es, die den größten Erfolg in der Entwicklung der Dachziegel verzeichnen konnten. 2.500 v. Chr., als in Ägypten noch die Pyramiden gebaut wurden, deckten sie schon ihre Dächer mit Dachziegeln aus gebranntem Ton.

Nachdem die Römer den Dachziegel aus Ton in der ganzen Welt populär gemacht hatten, begann der Siegeszug dieser Art der Dachdeckung. Vom römischen Leistenziegel ausgehend, wurde die Form immer weiter spezifiziert, flexibler nutzbar und folglich beliebter. Und noch heute können wir, bei genauer Betrachtung, im modernen Falzziegel den griechischen Vorfahren erkennen.

Der Dachziegel aus Ton begleitet den Menschen also schon seit nunmehr 4.000 Jahren und bietet ihm seit ebenso langer Zeit den Schutz, den sich jeder Hausbesitzer wünscht. Es ist Teil der Geschichte und Basis für eine sichere Zukunft .

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