Denkmalpflege mit Laumans

In der Denkmalpflege hat die Gebr. Laumans GmbH & Co. KG aus dem niederrheinischen Brüggen seit Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf. Ein Grund: Das Traditionsunternehmen bietet eine breite Palette von Dachziegelmodellen und Formteilen für die stilgerechte Sanierung von historischen Objekten an.

Die reicht vom klassischen Turmfalzziegel in allen erdenklichen Form- und Farbvarianten über die für das 19. Jahrhundert so typischen Schuppenfalzziegel bis zu Doppelmulden,  die Jugendstilvillen ebenso ihren markanten Charakter verleihen wie Guts- und Herrenhäusern und auch einfachen Gehöften. Mit diesen und anderen Modellen kommt Laumans dem Wunsch von Denkmalpflegern, Architekten und Bauherren nach, wertvolle Bausubstanz originalgetreu und kostengünstig zu erhalten.

„Um im Denkmalschutz Erfolg zu haben und allen Beteiligten sowie der Geschichte eines Gebäudes gerecht zu werden, reicht es aber meist nicht aus, ein für die Bauepoche passendes Ziegelmodell auf Lager zu haben“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Gerald Laumans.

Ein Auge fürs Detail, das Wissen um alte handwerkliche Traditionen und regionale Besonderheiten sind weitere Voraussetzungen. „Schließlich muss man bereit sein, sich auf die individuelle Persönlichkeit des zu sanierenden Objektes einzulassen, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit und heutige Ansprüche an die Funktionalität des Daches aus dem Blick zu verlieren“, so Laumans weiter.

Denkmalpflege Laumans
Vorher: Das „verträumte“ alte Backhaus aus dem 16./17. Jahrhundert

Das sieht Franz-Josef Huckenbeck ganz ähnlich. Der Zimmereimeister und Restaurator, zudem öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Zimmereihandwerk aus Greven hat bereits unzählige denkmalgeschützte Objekte vor dem endgültigen Verfall bewahrt. Dabei interessieren den Handwerksmeister seine Titel eher wenig: „Wir haben uns auf gute Arbeit spezialisiert, und die möchten wir auch abliefern, wenn es mal schwierig wird.“

Das verträumte alte Backhaus der Familie Mengel aus Lienen-Kattenvenne (Kreis Steinfurt, NRW) war so ein schwieriger Fall.

Es gehört zu einem Resthof, der im 16./17. Jahrhundert entstand, dessen Haupthaus auf das Jahr 1804 datiert und der in den Jahren 2009 bis 2011 bereits liebevoll saniert wurde. Allein das Backhaus, ein kleines Gebäude aus Fachwerk, das dem örtlichen Kulturkreis als Treffpunkt dienen sollte, war in einem bedauernswerten Zustand und musste von Grund auf restauriert werden.

Den Arbeiten ging eine sorgfältige Bau- und Bestandsaufnahme voraus, die Dr. Dietrich Maschmeyer, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. und engagierter Denkmalbewahrer, gemeinsam mit Restaurator Franz-Josef Huckenbeck durchführten. Dabei kam ans Licht, dass das auf 1826 datierte Gebäude offensichtlich rund 200 Jahre älter ist, allerdings im 19. Jahrhundert bereits überarbeitet und in Form und Stil dem Haupthaus von 1804 angepasst worden war.

Auf Handwerksmeister Huckenbeck und sein Team wartete eine Menge Arbeit: Die Schwellen mussten abgegraben, freigelegt und wo nötig ersetzt, die Gefache demontiert und mit Lehmsteinen erneuert werden. Es galt Löcher zu schließen, einen alten Zementputz zu entfernen, die in die Jahre gekommene Konstruktion statisch zu ertüchtigen, erhaltenswerte Hölzer zu säubern und zu überarbeiten.

Auch am Dach gab es reichlich zu tun: Der Giebel musste gesichert, abgestützt und im Inneren ergänzt werden. Es galt die Giebelverbretterung aufzuarbeiten und die Windfeder wieder herzustellen. Das Splintholz wurde entfernt und ein Passstück eingesetzt. Die aussteifenden Binder und gesamte Sparrenkonstruktion wurden überarbeitet. Schließlich sollte das Backhaus mit Strohdocken und Hohlpfannen eingedeckt werden.

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Nachher: Das restaurierte Gebäude aus Fachwerk, Treffpunkt des örtlichen Kulturkreises in Lienen-Kattenvenne

André Berning, Außendienstmitarbeiter und erfahrener Fachberater bei Laumans, stand den Bauherren und Handwerksmeister Huckenbeck bei der Auswahl des passenden Ziegelmodells zur Seite. Um dem Denkmalschutz im westfälischen Lienen gerecht zu werden, präsentierte Berning eine breite Palette von Musterziegeln, die sich im Sektor der Denkmalpflege bereits unter kritischen Voraussetzungen durchsetzen konnten. In Ergänzung begeisterte er den Auftraggeber für eine vom Partner des niederrheinischen Unternehmens in Dänemark hergestellte Hohlpfanne.

Eine Besonderheit des Mengelschen Backhauses war es, dass das Fachwerkgebäude mit vier verschiedenen Dachziegeln gedeckt war. Dieser ganz speziellen Note der Baugeschichte des Objektes sollte bei der Restaurierung Rechnung getragen werden. Die Idee, das Dach deshalb in bunten Ziegeln als Alternative auszuführen, überzeugte weder die Bauherren noch Meister Huckenbeck. Das Dach sollte zwar wie sein historischer Vorgänger Farbvarianten aufweisen, aber nicht wie ein „bunter Hund“ daherkommen.

Die Lösung fand sich schließlich im dänischen Schwesterwerk des Hauses Laumans mit der Hohlpfanne in Vorschnittdeckung. Sonderheit: Eindeckung mit Strohdocken (ansonsten eher bei Aufschnittdeckung üblich!). Diese gilt als Klassiker für die Dächer von Bauernhäusern und zeigt als stranggepresster Ziegel genügend Farbnuancen (nein: Sonderfarbe #116 bunt-gedämpft!)  in der Sortierung, um den für das Backhaus geforderten Effekt zu gewährleisten. Schließlich eignet sich dieses traditionelle Modell besonders für die Deckung mit Strohdocken, weil es auch bei dieser historischen Handwerkstechnik absolut schnee- und nieselregendicht bleibt. Zudem gilt dieser Ziegel, der auch als „Bauernziegel“ bekannt ist, als besonders pflegeleicht, weil er auch bei geringerer Dachneigung vom Regenwasser stets sauber gespült wird und für die nötige Be- und Entlüftung sorgt.

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Diese Handwerkstechnik sorgt für absolute Dichte – auch bei Schnee und Nieselregen.

„Dank der guten und umsichtigen Beratung, einer hervorragenden Lieferqualität und dem nötigen Tempo bei der Umsetzung unserer Vorstellungen konnte die Restaurierung des Backhauses erfolgreich abgeschlossen werden“, lautet das positive Fazit von Franz-Josef Huckenbeck.

Für die Restaurierung des Backhauses erhielt das Unternehmen von der Jury eine Belobigung im Wettbewerb „Sanierungspreis 2014“ in der Kategorie Holz. Den Wettbewerb hatte die Kölner Verlagsgruppe Rudolf Müller ausgeschrieben.