Kloster Haydau: Hohlfalzziegel vom Niederrhein für Schloss und Gutsanlage aus dem 17. Jahrhundert.

Schon vor rund 2500 v. Chr. deckten die alten Griechen ihre Häuser mit Ziegeln aus gebranntem Ton. Dass sich der Tonziegel seit der Antike in ganz Europa als Dachwerkstoff der ersten Wahl durchsetzen konnte, hat er seinen besonderen Eigenschaften, aber auch der Verbreitung des Christentums im Mittelalter zu verdanken. Mönche waren es, die mit ihren Klostergründungen Tondächer in allen Landstrichen Nordeuropas bekannt machten.

Eines der besterhaltenen Zisterzienserinnenklöster aus mittelalterlicher Zeit ist das 1235 gegründete Kloster Haydau in der hessischen Gemeinde Morschen. Obwohl bereits 1527 durch die Reformation aufgelöst, hat es die Jahrhunderte – sowie eine bewegte Bau- und Nutzungsgeschichte – überdauert. Zunächst zum landgräflichen Lust- und Jagdschloss ausgebaut wurde das Kloster später kurhessische Staatsdomäne und schließlich landwirtschaftliche Versuchsanstalt. Das Anwesen, in dem 1556 eine der ersten Dorfschulen der Region entstand und das zu Beginn des 17. Jahrhunderts erheblich erweitert wurde, diente u. a .auch als Molkerei, als Gefangenenlager und nach dem 2. Weltkrieg als Flüchtlingsunterkunft.

Allem Wandel zum Trotz hat sich das ehem. Kloster und Schloss  Haydau stets seinen Charme bewahrt, wenn auch seine Architektur über die Epochen um frühgotische, gotische, Renaissance- und Barockelemente ergänzt wurde. Nach umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten durch das Land Hessen von 1985 bis 2001 ist das Kloster Haydau ein Musterbeispiel für gelungene Denkmalsanierung und erfolgreiche Umnutzung historischer Gemäuer. Als Kultur- und Kommunikationszentrum bietet das Kloster heute den idealen Rahmen für Konzerte, Theateraufführungen, Film und Lesungen, Tagungen, gesellschaftliche Anlässe und private Feiern. Zusätzlich öffnet im Mai 2013 in den historischen Wirtschaftsflügel und in einem Hotelneubau das Tagungs- und Seminarzentrum Hotel Kloster Haydau, projektiert von der B. Braun Medical AG seine Pforten für die Gäste.

Wer selbst ein Haus sein eigen nennt, weiß, dass auch nach der gründlichsten Sanierung irgendwann die nächsten Arbeiten anfallen. Und so nagt der Zahn der Zeit auch am altehrwürdigen Kloster Haydau stetig weiter. Für die jetzt notwendig gewordene Erneuerung der Dächer am Wirtschaftsflügel wählten die Architekten ein Ziegelmodell aus dem niederrheinischen Brüggen. Hier stellt das Traditionsunternehmen Laumans, das sich in der Denkmalpflege durch gute Beratung, eine breite Produktpalette und Liebe zum Detail einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat, seit 1896 Tondachziegel her.

Für Bauherren, Planer, Architekten, Denkmalschützer, Lieferanten und ausführende Betriebe sind die Dächer historischer Gebäude immer eine besondere Herausforderung. Denn bei der schonenden Sanierung soll die charakteristische Optik des Gebäudes erhalten bleiben. Gleichzeitig sind die hohen technischen Anforderungen an ein modernes Dach im Hinblick auf Sicherheit, Schutzfunktionen und Abdichtung zu erfüllen.

Für das Architekturbüro Kreter, Peters, Lubenow Architekten + Ingenieure und die das Projekt begleitende Denkmalschutzbehörde stand fest, dass nur ein naturroter Hohlfalzziegel für die Sanierung der ausladenden Satteldächer mit ihren markanten Flachgauben in Frage kommt. Aus dem Ziegelprogramm von Laumans bot sich dafür der IDEALSUPRA in besonderer Weise an. Der Großflächenziegel vereint optische und technische Vorzüge und ist dabei besonders wirtschaftlich und verlegefreundlich.

Argumente, die nicht nur den ausführenden Dachdeckermeister Alfred Heupel GmbH aus Rotenburg/Fulda und sein Team überzeugt haben. Immerhin waren 27.000 Ziegel auf den Dächern der Wirtschaftsgebäude des Klosters Haydau zu verlegen. Bei solch großen Flächen kann der IDEALSUPRA seine Trümpfe voll ausspielen. Er bietet dem Betrachter ein besonders harmonisches und schwungvolles Bild, das schon auf den ersten Blick an traditionelle Vorbilder erinnert. Gleichzeitig sorgt er mit zahlreichen innovativen Detaillösungen für ein technisch ausgereiftes Dach und optimierte Arbeitsabläufe.

Dank seiner Vierfachüberdeckung im Vierziegeleck ist der IDEALSUPRA extrem gegen Regeneintrag und Windsog gefeit. Seine doppelten Kopf- und Seitenverfalzungen machen ihn unempfindlich gegen Treibregen und Flugschneeeintrieb. Mit seiner variablen Decklänge ist er in der Regel für alle Sparrenlängen einsetzbar und damit ideal für Sanierungsaufgaben geeignet. Zudem ist er als echter Großformat-Ziegel (10,5 Stk./m²) mit geringem Gewicht (4,2 kg pro Stk.) besonders gut und wirtschaftlich zu verarbeiten.

Selbst die selten gewordenen und unterschiedlich großen Flachgauben auf dem Dach des Marstalls ließen sich vom Dachdeckerbetrieb Alfred Heupel GmbH problemlos mit dem IDEALSUPRA eindecken. Das Ergebnis zeigt, dass Denkmalpflege bei richtiger Planung und Beratung auch mit modernen und technisch hochwertigen Ziegelmodellen möglich ist. Nicht bei jeder Sanierungsaufgabe an historischer Bausubstanz muss auf originalgetreue Nachbildungen zurückgegriffen werden.